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Wie Unternehmen Krisen, Compliance-Pflichten und interne Untersuchungen meistern
In kritischen Situationen und bei komplexen juristischen Fragen entscheiden oft die ersten Schritte über Erfolg oder gravierende Folgeschäden. Ich habe mich mit meinem Rechtsanwaltskollegen Axel Schmidt unterhalten und gefragt, wie dies heute praktisch aussieht.
Axel Schmidt blickt auf über 20 Jahre Erfahrung in der Beratung internationaler Unternehmen im Handels- und Gesellschaftsrecht zurück. Er war lange als Chefsyndikus von großen deutschen Automobilunternehmen tätig und berät heute Unternehmen und unterstützt beim Aufbau effizienter Rechts- und Compliance-Strukturen.
Im Interview teilt er seine Einblicke in die Praxis interner Untersuchungen, typische Stolpersteine bei Meldepflichten und den sinnvollen Einsatz von Software.
Axel Schmidt im Gespräch mit Dr. Franka Becker
Dr. Franka Becker: Was passiert in den ersten Tagen nach einer ernsten Meldung, und welcher dieser Schritte geht am häufigsten schief?
Axel Schmidt: Zunächst muss alles extrem schnell aufgearbeitet werden: Es gilt, massenhaft Informationen zu sammeln und auszuwerten, um eine einigermaßen gefestigte Basis für die Entscheidungen über die nächsten Schritte zu schaffen. Schließlich müssen nicht nur die Behörden, sondern auch die internen Entscheidungsträger zufriedengestellt werden. Dabei herrscht enormer Druck, während oft noch keine externe Unterstützung an Bord ist. Wenn in dieser Phase etwas schiefläuft, lässt sich das im Nachhinein kaum mehr korrigieren.
Dr. Franka Becker: Welche Arbeit bei einer internen Untersuchung kostet am meisten Zeit?
Axel Schmidt: Das ist definitiv die objektive Aufarbeitung des Sachverhalts anhand von tausenden Dokumenten, E-Mails etc. Das muss möglichst neutral geschehen – und zwar von jemandem, der nicht involviert war. So lassen sich mögliche Interessenskonflikte bei denjenigen, die vielleicht nicht optimal gehandelt oder schlicht einen Fehler gemacht haben, von vornherein vermeiden.
Dr. Franka Becker: Welche Melde- oder Anzeigepflicht wird am häufigsten übersehen?
Axel Schmidt: Es gibt mittlerweile extrem viele Melde- und Anzeigepflichten. Selbst gut organisierte Unternehmen, die einen echten Fokus auf Compliance legen, stehen hier vor großen Herausforderungen. Je kleiner die Einheit ist, desto schwieriger wird es – vor allem, wenn aus Budgetgründen an der Compliance- und Rechtsfunktion gespart werden muss.
Allein die engen Fristen bei sicherheitsrelevanten Produktfehlern müssen von der Organisation gemeistert werden. Hier geht es oft um wirklich komplexe Sachverhalte und enorme finanzielle Auswirkungen. Zumindest den Zeitdruck kann man heute mithilfe von KI-Tools etwas ausgleichen.
Dr. Franka Becker: Wo ist einer Software in diesem Bereich nicht zu trauen und was müsste sie leisten, damit ihr Ergebnis in einem Bericht verwendbar ist?
Axel Schmidt: Oft geht es in den gesamten Dokumenten um einzelne Passagen, manchmal sogar nur um einzelne Worte oder handschriftliche Notizen, die gefunden und analysiert werden müssen. Denn wenn entsprechende Statements übersehen werden, kann das verheerende Auswirkungen haben. Man muss sie kennen, noch bevor jemand anderes sie findet, um sich entsprechend darauf vorzubereiten und die richtigen Schritte einzuleiten.
Wenn man sich auf eine unpräzise Software verlässt, kann daraus ein maximaler Schaden entstehen. Man muss sehr gut einschätzen können, was eine Software leisten kann und was nicht, um Defizite auszugleichen oder sich nicht blind auf das Ergebnis zu verlassen.
Dr. Franka Becker: Vielen Dank, lieber Herr Schmidt, für die Einblicke aus Ihrer Perspektive!
Zur Person
Axel Schmidt berät seit über 20 Jahren internationale Unternehmen in allen Bereichen des internationalen Handels – und Gesellschaftsrechts, insbesondere bei Produkthaftungsfällen mit bedeutenden Haftungsrisiken, Sicherheitsrückrufen und Lieferkettenstreitigkeiten. Er führt komplexe Rechtsstreitigkeiten, hat Joint Ventures im In- und Ausland gegründet, Fusionen und Übernahmen in Europa, den USA und China betreut sowie internationale Compliance- und Kartellrechtsfälle geleitet.
Axel verfügt über langjährige Erfahrung als Chefsyndikus sowie Head of Legal bei drei der größten deutschen Automobilzulieferunternehmen (Dräxlmaier, Brose und Knorr-Bremse).
Er berät Unternehmen leidenschaftlich gerne über einen längeren Zeitraum hinweg bei allen rechtlichen Herausforderungen – mit einem ganzheitlichen, strategischen Ansatz. Darüber hinaus unterstützt er Unternehmen beim Aufbau effizienter Strukturen in Rechts- und Compliance-Abteilungen.
Axel hat einen Master of Laws Abschluss im internationalen Recht (LL.M.) der University of Edinburgh. Seit 2015 ist er Lehrbeauftragter an der HTWG Hochschule Konstanz für den Masterstudiengang Legal Management.
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Fazit: Warum spezialisierte Legal KI den Unterschied macht
Die Einblicke von Axel Schmidt verdeutlichen ein fundamentales Problem der juristischen Praxis: Bei internen Untersuchungen oder komplexen Compliance-Fragen entscheidet die präzise, lückenlose Sachverhaltsaufklärung über den Ausgang der Krise. Das Sichten tausender Dokumente, E-Mails oder gar handschriftlicher Notizen bindet immense zeitliche Ressourcen – Zeit, die Unternehmen in der kritischen Anfangsphase schlicht nicht haben. Dazu hatte ich auch in einem meiner letzten Artikel geschrieben.
Genau hier setzt eine spezielle juristische KI wie PyleHound an. Um Rechtsabteilungen, Kanzleien und Compliance-Verantwortliche genau an dieser zeitintensiven Schnittstelle zu entlasten. Aber wichtig und für mich selbstverständlich ist, dass die Technologie das juristische Urteilsvermögen von Experten nicht ersetzen kann und darf! Sie kann unterstützen und dabei sicherstellen, dass Sie im Ernstfall alle kritischen Fakten auf dem Tisch liegen haben – bevor es ein anderer tut.
Möchten Sie erfahren, wie PyleHound Ihre internen Untersuchungen und Compliance-Prozesse effizienter und sicherer gestaltet? Sprechen Sie uns an oder vereinbaren Sie eine Demo.
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