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Warum Anwält:innen am stärksten von KI profitieren: Narrow AI und Textanalyse

Die Diskussion um Künstliche Intelligenz wird oft von extremen Szenarien dominiert. Doch entgegen der Befürchtungen vieler ist die aktuelle Technologie nicht darauf ausgelegt, den Menschen obsolet zu machen, sondern ihn in spezifischen Tätigkeiten massiv zu unterstützen. Für kaum eine Berufsgruppe gilt dies mehr als für Anwält:innen.

Key Takeaways

  • Match Made in Heaven: Da juristische Arbeit primär textbasiert ist (Recherche, Analyse, Drafting), bieten aktuelle LLMs (Large Language Models) hier den größten Hebel.
  • Narrow AI statt Sci-Fi: Wir stehen nicht vor einer allgemeinen künstlichen Intelligenz, sondern nutzen spezialisierte Tools, die konkrete Aufgaben (z.B. Vertragsprüfung) perfektionieren.
  • First-Mover-Advantage: Wer jetzt startet, lernt die Technologie Schritt für Schritt. Ein späterer Einstieg in 4-5 Jahren bedeutet eine kaum bewältigbare Lernkurve.

Warum profitieren gerade Anwält:innen von der aktuellen KI-Entwicklung?

Der Anwaltsberuf profitiert am stärksten, weil moderne KI-Modelle (Large Language Models) ihre Kernkompetenz in der Analyse und Verarbeitung von Sprache haben – genau das, woraus der juristische Arbeitsalltag besteht.

Anders als in der Vergangenheit, wo Computer vor allem durch Rechenleistung (z.B. Schachcomputer) glänzten, verstehen heutige Systeme wie ChatGPT den Kontext von Texten. Wenn es im anwaltlichen Alltag um Folgendes geht, ist KI das ideale Werkzeug:

  • Recherche: Das Auffinden relevanter Informationen in großen Datenmengen.
  • Verständnis: Das Erfassen komplexer Gesetzestexte und Sachverhalte.
  • Zusammenfassung: Die Kondensierung von Informationen auf das Wesentliche.

Was unterscheidet "Narrow AI" von allgemeiner KI?

Wir arbeiten aktuell mit einer sogenannten "Narrow AI" (schwache KI), die darauf spezialisiert ist, eine spezifische Aufgabe extrem gut zu lösen, ohne dabei ein allgemeines Bewusstsein zu entwickeln.

Die großen KI-Labs suggerieren oft, wir stünden kurz vor der Erschaffung einer Superintelligenz (General AI). Die Realität in der Legal-Tech-Branche sieht jedoch pragmatischer aus:

  1. Spezialisierung: Die KI ist "engstirnig" (narrow). Sie kann z.B. exzellent Verträge prüfen, aber nicht "die Weltherrschaft übernehmen".
  2. Textverständnis: Der aktuelle Technologiesprung ermöglicht es Maschinen erstmals, Text nicht nur als Code, sondern inhaltlich zu verarbeiten.
  3. Anwendung: Teile der anwaltlichen Dienstleistung, wie die Vorprüfung durch eine Vertragsmanagement-Software, werden durch diese spezialisierte Intelligenz übernommen.

Wieso ist ein sofortiger Einstieg für Kanzleien kritisch?

Ein sofortiger Einstieg ist notwendig, um die Technologie iterativ ("step-by-step") in die Arbeitsprozesse zu integrieren, solange das Spielfeld für alle Marktteilnehmer noch neu ist.

Es gibt zwei Szenarien für Anwält:innen:

  • Szenario A (Abwarten): Sie warten 4 bis 5 Jahre. Bis dahin hat sich die Technologie so rasant weiterentwickelt, dass ein riesiger Berg an neuem Wissen (ein "Wust an Dingen") nachgeholt werden muss. Die Gefahr, abgehängt zu werden, ist real.
  • Szenario B (Handeln): Sie beschäftigen sich jetzt mit den Tools. Sie signalisieren Mandanten Modernität ("Ich verstehe das aktuelle Tooling") und gestalten die Veränderung Ihres Berufsbildes aktiv mit.

Fazit

Die Transformation des anwaltlichen Berufsstandes ist keine Zukunftsmusik, sondern findet durch textbasierte Narrow AI bereits statt. Nutzen Sie diese Phase, in der die Karten neu gemischt werden.

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Transkript des Videos:

Anwalt, Anwältin ist ein Beruf, der am allermeisten von der aktuellen KI-Entwicklung profitiert. Und hier in diesem Video ganz kurz, wieso das so ist. Entgegen der Aussagen von den großen KI-Labs, also irgendwie OpenAI und so, sind wir nicht kurz davor, dass wir jetzt irgendwie den Terminator erschaffen, der sagt: „Der Mensch ist schlecht für die Erde, ich muss alles vernichten.“ Sondern wir haben weiterhin einen „Narrow AI Scope“. Narrow heißt in dem Fall, im Vergleich zu einer allgemeinen KI, eine engstirnige KI, die wir derzeit haben. Das bedeutet, dass sie eine Sache sehr gut kann, aber das nicht abstrahieren kann auf andere Sachen.

Das kennt man zum Beispiel schon vom Schachcomputer. Der Schachcomputer ist auch so, dass er schon sehr lange sehr viel besser ist als der Mensch. Und was jetzt das Neue ist, was quasi mit ChatGPT und diesen Large Language Models – der Technologie untendrunter – dazugekommen ist: Dass KI sehr gut darin ist, Text zu analysieren und mit Texten zu arbeiten.

Und wenn es irgendwas bei Anwälten im Alltag gibt, sind es viele Texte. Geht es um Recherchen, geht es darum, Gesetzestexte zu lesen, zu verstehen, zusammenzufassen, überhaupt erst mal zu finden. Und dieser Narrow-AI-Anwendungsfall, den wir hier haben, der betrifft eben ganz stark Berufe, wo es darum geht, viel mit Text zu arbeiten. Das ist etwas, was Anwälte ganz viel haben. Das ist etwas, was Programmierer auch viel haben – da ist der Text zwar Programmcode, aber es ist auch sehr textlastig. Das wird auf jeden Fall stark beeinflusst.

Dementsprechend ist es etwas, wo gerade Anwältinnen und Anwälte extrem davon profitieren können, was sich da einfach auch gerade tut. Was passieren wird, ist, dass der einzelne Teil der Anwaltsdienstleistung durch künstliche Intelligenz – vor allem durch diesen Narrow AI Scope, durch Textverständnis, den KI jetzt kann – ersetzt wird. Von Start-ups, von Tools zum Beispiel, dass irgendwie eine Vertragsmanagement-Software schon direkt den Vertrag für den Mandanten prüft und so weiter. Und dass nach und nach mehr und mehr Teile des anwaltlichen Berufs wegfallen.

Da kann man natürlich sagen: Okay gut, so ist es halt dann, ich habe eh viel zu viel zu tun, ich will lieber auf den Golfplatz. Wenn es aber nicht so ist, wenn man sagt, man will weiter diese Mandate behalten und auch seinen Mandanten zeigen, dass man da aktuell mitarbeitet und das aktuelle Tooling versteht, sollte man sich jetzt damit beschäftigen. Weil jetzt ist es gerade für alle neu. Jetzt ist es einfach einzusteigen und nicht abgehängt zu werden. Im Vergleich zu: Ich warte jetzt vier, fünf Jahre und schaue, was dann passiert. Auf einmal muss ich so einen riesen Wust an Dingen lernen, wo ich fast gar nicht mehr hinterherkomme, wo ich so einen riesen Berg vor mir habe, was ich verändern muss.

Oder ich steige jetzt mit ein, dass ich quasi langsam step-by-step diese Entwicklung lerne und auch aktiv mitgestalten kann.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt